Arbeitskreis Geschichte des Kartonmodellbaus (AGK) e.V.
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Fuch's Künstler-Modellierbogen Nr. 7







Über den Bogen, Download

Bogentitel: Fuchs' Künstler-Modellierbogen zur Herstellung der Münchener plastischen Pappspielwaren nach Entwürfen von H. Krebs München.
No. 7 Unteroffizier, 9 Mann
Verlag: Berthold Fuchs, München, um 1914
Maßstab: ca. 1:15
Druckverfahren: Mehrfarben-Zinkdruck
Größe: 1 Bogen 63 x 46 cm, ohne Anleitung
Weitere Informationen: Artikel von T. Damberger in ZGK 20 mit Bogenbeilage Fuchs' Künstler-Modellierbogen No. 19 Hauptmann z. Pferd
Besonderheiten: Es können 10 dreidimensionale Figuren (Unteroffizier und 9 Soldaten) gebaut werden. Die Arme sind beweglich, so dass unterschiedliche Haltungen der Arme und des Gewehres möglich sind.


Hinweise zum Download und Druck

  • Der Bogen für den Download hat eine Größe von 7400 x 5511 Pixeln. Das entspricht für einen Ausdruck auf Karton in der Originalgröße von 63 x 46 cm einer Auflösung von ca. 300 dpi.
  • Der Bogen wurde leicht bearbeitet (starke Papiergilbung entfernt, Farbartefakte vom Scanvorgang beseitigt)
  • Damit die Figuren in der Größe zur Bogenbeilage in ZGK 20 passen (d.h. ca. 14 cm hoch werden), sollte der Bogen in mehreren Teilen so gedruckt werden, dass man seine Originalgröße erhält.

Download des Bogens

Download PDF-Datei ca. 62 MB

Download JPG-Datei ca. 53 MB

Download TIFF-Datei ca. 77 MB

Weitere Informationen



Modellbogen enthalten als Beilage in "Zur Geschichte des Kartonmodellbaus" (Heft 20, Möckmühl 2020), weitere Informationen


"Dreidimensionale Papiersoldaten" versus "Massesoldaten" (Tobias Damberger)

Der vollständige Artikel von Tobias Damberger ist erschienen in Zur Geschichte des Kartonmodellbaus, Heft 20

Zweidimensionale Papiersoldaten: Der Druck von Papiersoldaten hat eine lange Tradition, welche bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreicht. Druckverlage wie Schreiber in Esslingen, Scholz in Mainz u.v.m. hatten eine Vielzahl an Soldatenbögen in ihrem Verlagsrepertoire. Jeder Krieg steigerte die Druckauflagen der Soldatenbögen, ein Höhepunkt der Produktion wurde im Ersten Weltkrieg erreicht. Die zweidimensionalen Papiersoldaten mussten zum Aufstellen mit Pappe oder Holz verstärkt und mit Holzklötzchen oder auf der Rückseite angebrachten Papierstreben gegen Umfallen gehalten werden.

Dreidimensionale Papiersoldaten: Das heute in der Literatur kaum bekannte Verlagshaus Berthold Fuchs hatte seinen Firmensitz in München in der Hohenzollernstraße 112, Informationen über die Produktionszeit des Fuchs-Verlages liegen heute nicht mehr vor. Der Verlag fertigte ausgezeichnete Modellierbögen zum Anfertigen von dreidimensionalen Figuren in unterschiedlichen Größen und Preislagen. Die Produktpalette reichte vom einfachen schwarzweißen Konturbogen auf dünnem Papier bis hin zum mehrfarbig bedruckten Bogen auf dickem Karton. Alle Qualitäten wurden in drei Größen angeboten, der kleine Bogen hatte eine Größe von 31 x 24 cm, der mittlere die Größe von 47 x 31 cm und der große Bogen eine Größe von 63 x 46 cm. Die farbig bedruckten Kartonbögen gab es in den Preisklassen von 10, 20 und 40 Pfennigen. Dem Zeitgeist geschuldet erschienen auch beim Fuchsverlag zu Beginn des Ersten Weltkrieges mehrere Soldatenbögen. Ein Prospekt mit den einleitenden Worten „Die Phantasie unserer Jugend beschäftigt sich gegenwärtig zumeist mit dem großen Völkerringen. Ihr Hauptinteresse gilt unseren Heeren und Heerführern, den verschiedenen Kriegsschauplätzen zu Land und zu Wasser und vor allem, was eben mit dem Kriege zusammenhängt.“ und den darin aufgeführten Soldatenbögen kann eindeutig auf den Zeitbereich des Ersten Weltkrieges datiert werden. Als Besonderheit zeichneten sich die Fuchs Modellierbögen durch viele bewegliche Teile aus, welche nicht festgeklebt wurden und in die Figuren ein- und auszustecken waren. Weiterhin standen die Figuren im Gegensatz zu den zweidimensionalen Figuren selbständig ohne jegliche weitere Hilfsmittel.

Hinweise zum Modellbau (siehe Text rechts)





Bauanleitung (Tobias Damberger und Dieter Nievergelt)
  1. Jede einzelne Figur besteht aus den sechs gleichen Teilen: Figurenkörper, zwei Armteilen, Kopf, Koppel/Gürtel und einem Bajonett. Alle Teile einer Figur werden unter einer gemeinsamen römischen Ziffer, die erste Figur mit der Ziffer I bis zur zehnten Figur (Unteroffizier) mit der Ziffer X, verwaltet. Der Zusammenbau der einzelnen Figuren ist identisch, die nachfolgend aufgeführte Anleitung zeigt beispielhaft den Zusammenbau der Figur IX.
    Wie bei von Künstlern entworfenen und handgezeichneten Modellbaubogen üblich sind spiegelbildlich gedachte Bauteile meist nicht genau deckungsgleich. Bei diesem Bogen kommt aber noch dazu, dass die Mittelstreifen, welche die Seitenteile der Körper verbinden, kürzer als der Umfang der Seitenteile sind. Da der Mittelstreifen in der Länge nicht verändert werden kann, sollten die Seitenteile entsprechend angepasst werden (siehe dazu die Abbildung links)
  2. Vor dem Ausschneiden werden die Teile an den punktierten Linien geritzt und an den gekennzeichneten Stellen alle erforderlichen Einschnitte ausgeführt. Die Kennzeichnungen der Einschnitte sind sehr unübersichtlich dargestellt. Am Soldatenkörper jeweils Einschnitte für die beiden Arme, den Kopf und am weißen Koppel den Einschnitt für das Bajonett c ausführen.
  3. Zunächst die beiden Stiefelhinterseiten deckungsgleich auf die Vorderseiten kleben. Seitlich Überstehendes von beiden Seiten beischneiden. Am Körperteil die geritzten Linien nach hinten falzen und den Mittelstreifen über die Klebelaschen an die linke und rechte Körperseite kleben, darauf achten, dass der Mittelstreifen den Konturen der beiden Körperhälften folgt.
  4. Die beiden Arme a und b sowie den Kopf an den punktierten Symmetrielinien falzen und die Rückseiten deckungsgleich auf die Vorderseiten kleben, dabei die weißen Stege der Arme nicht ankleben. Seitlich Überstehendes von beiden Seiten beischneiden. Die Arme a und b über die weißen Stege sowie den Kopf in den Figurenkörper in die entsprechenden Einschnitte stecken.
  5. Das weiße Koppel um die Uniformjacke auf den Soldatenkörper kleben. Das Bajonett c an der punktierten Symmetrielinie falzen und die Rückseiten deckungsgleich zusammenkleben. Bajonett nur auf der Vorderseite beischneiden. Anschließend das Bajonett in den markierten Schlitz am Koppel stecken und nicht ankleben.

 


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